| Sandra Rechkemmer: Jugendbotschafter 2008 Reisebericht |
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Asia Circle Jugendbotschafter 2008 KoreaReiseberichtvon Sandra Rechkemmer Merz-Gymnasium Stuttgart, 13. Klasse, 17 Jahre Asia-Circle, eine von Frau Wöhler ins Leben gerufene non-Profit Organisation, setzt sich umfassend für die Völkerverständigung zwischen Asien und Europa ein. Im Jahr 2007 bekamen zum ersten Mal zwei Jugendbotschafter die außergewöhnliche Chance auf große Entdeckungsreise nach Südkorea zu gehen. Dieses Jahr hatten fünf weitere Jugendliche die Möglichkeit das Land zu erkunden. Vom 22.08.2008 bis zum 29.08.2008 durften Nadine Batton, Alexander Hiller, Johanna Klesse, Tam Vu-Thi-Bich und ich mit umfassender Unterstützung des Asia-Circles, für die ich mich sehr herzlich bedanken möchte, für eine Woche nach Seoul reisen, um Land und Leute kennenzulernen und auch um über Deutschland zu berichten. Für uns Jugendbotschafter war es eine Reise in eine neue Welt, die es zu entdecken galt. Um jede einzelne Stunde bestmöglich zu nutzen, arbeitete Frau Wöhler ein außergewöhnlich interessantes und vielfältiges Programm aus, das uns überwältigende Einblicke in die Kultur, die Politik, die Wirtschaft, die Kunst und in das Alltagsleben der Koreaner gab.
Im Folgenden stelle ich das Programm als erstes in Stichworten vor. Als zweites berichte ich über unsere wichtigsten Erlebnisse und fasse zum Schluss meine Eindrücke in einem Fazit zusammen.
1. Programm in Stichworten Freitag, 22.08.08 Abflug: 8.15 Uhr von Stuttgart über Paris nach Seoul
Samstag, 23.08.08 DMZ (Demilitarisierte Zone)
Sonntag, 24.08.08 koreanische Bäckerei
montag, 25.08.08 Deutsche Schule Seoul Goethe Institut KGIT (Korean-German Institute of Technology) Trumpf Konrad-Adenauer-Stiftung Teilnahme an der Eröffnung der von der Hans Seidel Stiftung organisierten Ausstellung über die deutsche Wiedervereinigung im KGIT
Deutsche Botschaft National Palace Museum of Korea
Third Republic Of Korea Army Besuch des Olympia-Stadions und -Museums
Donnerstag, 28.08.08 Boschwerk Führung durch Hotel Westin Chosun, erstes ausländisches Hotel in Seoul
2. Erlebnisse im Detail Samstag 23.08.2008 Auf der 17-stündigen Reise können wir Jugendbotschafter (von vorne links: Johanna Klesse, Nadine Batton, Alexander Hiller, von hinten links: Tam Vu-Thi-Bich, Sandra Rechkemmer) Spannung kaum mehr erwarten, bis es endlich soweit ist: Wir landen in Seoul, Incheon. Frau und Herr Wöhler bereiten uns einen sehr freudigen Empfang. Direkt im Anschluss sitzen wir schon zu siebt im Auto und fahren auf einer achtspurigen Autobahn Richtung Norden. Wie wir von Herrn Wöhler im Auto erfahren, ist die Landebahn auf der wir ankamen dort aufgebaut, wo früher einmal Meer war. In Korea werden sogar ganze Berge abgetragen und an einem anderen Ort wieder aufgeschüttet. Auf dem Weg fahren wir an zahlreichen Hochhaus-Siedlungen sowie an Reis- und überdachten Gemüseplantagen vorbei, unter imposanten mehrstöckigen Autobahnen hindurch, bis wir auf erste Anzeichen der angespannten politischen Lage zwischen Nord- und Südkorea stoßen. Zunächst fallen uns Denkmäler, die an den Koreakrieg 1950-1953 erinnern, auf. Je mehr wir uns der Grenze zwischen Nord- und Südkorea nähern, desto auffälliger werden militärische Schutzmaßnahmen, wie Panzersperren. Unser erstes Ziel ist die Freedom Bridge. Über diese Brücke fährt einmal täglich ein Zug zwischen den zwei Ländern hin und her, als ein symbolisches Zeichen für den erwünschten Frieden, der schon seit dem Waffenstillstandsabkommen in 1953 sehnlichst erwartet wird.
Dort werden wir von Herrn Oberst Albert Ulrich von der Swiss Delegation Neutral Nations Supervisory Commission sehr freundlich begrüßt. Im Gespräch über das Militär in Korea und dessen Aufgaben erfahren wir, dass jede persönliche Kontaktaufnahme zwischen nordkoreanischen und südkoreanischen Soldaten zu verhindern versucht wird. Dies geht so weit, dass nordkoreanische Soldaten Sonnenbrillen tragen müssen, damit sie keinen Blickkontakt mit Südkoreanern aufnehmen können . Nach dieser ersten sehr interessanten Begegnung fahren wir weiter zur Demilitarisierten Zone (DMZ). Dort steigen wir in einen der Infiltrationstunnel, der heute für Besucher zugänglich ist und fahren anschließend auf einen nahen Hügel, auf dem man über die Grenze bis nach Nordkorea blicken kann. Sehr beeindruckt sind wir von der Dorasan Station. Dies ist ein wunderschön fertig hergerichteter Bahnhof, der für den Fall, dass Frieden geschlossen wird, sofort in Betrieb genommen werden kann. Mit diesen zum Nachdenken anregenden Eindrücken geht es weiter auf die andere Seite des Hanflusses in die Hauptstadt Südkoreas. Vom Namsan Fernsehturm haben wir einen wunderschönen Blick über Seoul. Vor uns breitet sich die bis zum Horizont reichende bergige und bewaldete Landschaft aus, in die sich die Stadt nahezu malerisch einfügt. Überraschend für mich ist, dass Seoul gar nicht so exotisch ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Gleich nach diesem Höhepunkt geht es auch schon zur nächsten Etappe, dem National Center For Korean Traditional Performing Arts. Dort bekommen wir nun auch einen ersten Eindruck in die Traditionen Koreas und lauschen den Klängen traditioneller Streich-, Blas- und Schlaginstrumente, während Lieder an vergangene koreanische Königreiche erinnern. Am Abend lernen wir bei einem fröhlichen Beisammensein in einem traditionellen koreanischen Restaurant unsere Gastfamilien kennen, die uns sehr herzlich willkommen heißen. Und ganz nebenbei machen wir beim Essen des Nationalgerichts Bulgogi mit Kimchi erste Bekanntschaft mit Stäbchen. Nach diesem sehr leckeren Essen und dem schönen Abschluss des ersten Tages, nehmen uns unsere Gastfamilien mit zu sich nach Hause, wo ein weiches Bett schon auf uns wartet.
Sonntag, 24.08.08 Wunderbar starten wir in den zweiten Tag mit einem gemütlichen Frühstück in unserer Gastfamilie. Das Samsung Museum of Art, auch Leeum genannt, gibt uns sowohl Einblicke in die traditionelle koreanische Kunst, die sich sehr von der europäischen Kunst unterscheidet, wie auch in die modernere und futuristische Kunst, die mit internationalen Werken vertreten ist.
Nach einem kurzen Abstecher zu der prächtigen Moschee in Seoul, geht es weiter zum National Museum of Korea, in dem uns die Bedeutung der asiatischen Geschichte und die Kraft der asiatischen Kultur eindrucksvoll vorgeführt wird. Nach dieser Reise durch die Vergangenheit Koreas werden wir durch das rege Leben auf den Straßen Itaewons, einem bei Einheimischen und Touristen sehr beliebten Stadtteil zurück in die Moderne befördert. Am Rathausplatz und an mehreren open-air Konzerten vorbei spazieren wir durch Cheonggyecheon, die grüne Oase der Innenstadt Seouls. Auf beiden Seiten eines Wasserlaufs tummeln sich Familien mit Kindern und Liebespärchen, die die schöne Umgebung genießen. Diese Gegend ist Teil der Projekte zum Umweltschutz und zur Senkung des CO2 Anteils in der Luft. Bis zur Eröffnung dieses Parks in 2005, war dieser Flusslauf zubetoniert und eine große mehrstöckige Straße führte darüber hinweg. Unser Bummel durch die schöne und lebhafte Anlage führt uns zu einem besonderem Exponat. Es freut uns zu entdecken, dass mitten in Seoul ein Berliner Bär und ein Teil der deutschen Mauer steht, das der Stadt Seoul als Geschenk der Stadt Berlin übergeben wurde. Die Wiedervereinigung Deutschlands spielt in Korea eine größere Rolle, als es manchen in Deutschland bekannt sein dürfte. Für viele Koreaner ist sie ein Zeichen der Hoffnung, dass auch in ihrem Land die Vereinigung mit Nordkorea kommen und ein geeintes, starkes Korea entstehen wird.
Gleich im Anschluss besichtigen wir den Deoksugung Palast. Dies ist der Palast in dem Kaiser Gojong lebte und 1919 auch starb. Danach geht es ab in das bekannte Lotte Einkaufszentrum und auf Erkundungstour der vielen Straßen und Märkte, auf denen alles erhältlich ist was man sich so denken kann. Es gibt viel zu sehen und zu staunen. Von getrocknetem Fisch, gerösteten madenähnlichen Tierchen und traditionellen Speisen über schicke Schuhe, Hüte und Taschen bis zu Gegenständen zur Verkleinerung des Kinns-ja, des Kinns!- ist alles erhältlich. Montag, 25.08.08 Am dritten Tag scheinen wir uns in einer gewohnten Situation zu befinden: Um 8 Uhr morgens ist Schule angesagt! Sehr freundlich werden wir von Frau Schmitt, der Direktorin der Deutschen Schule in Seoul empfangen. Im Gespräch erfahren wir einiges über die Schule selbst und über die deutschen Schüler in Korea. Bildung hat in Korea einen sehr hohen Stellenwert. Koreanische Schüler arbeiten unglaublich viel. Neben den vielen Lern- und Nachhilfestunden bleibt ihnen kaum mehr Zeit für Freizeitbeschäftigungen. Auch in anderen Punkten unterscheidet sich das koreanische Schulsystem vom deutschen. In Korea gibt es keine Unterteilung in Haupt- , Realschule und in Gymnasium. Auch staatliche Schulen sind kostenpflichtig und das Ziel der Schulerziehung ist ein anderes. Während in Deutschland das selbständige Lernen und die Kreativität gefördert wird, lernen Koreaner große Mengen an Stoff, sodass sie über ein enormes Allgemeinwissen verfügen. Außerdem wird in koreanischen Schulen sogar der Wissensdurst der Kleinkinder schon gefördert. Was diesen Punkt betrifft, versucht die Deutsche Schule in Seoul das Mittelmaß zwischen den zwei Schulsystemen zu finden.
Wir Jugendbotschafter haben die interessante Möglichkeit uns eine Stunde lang in den Unterricht zu setzten, bevor wir eine Führung durch die moderne und liebevoll eingerichtete Schule bekommen, die ein Ort des Lernens und der Begegnung von Menschen mit unterschiedlichen Kulturen ist. Weiter geht es zum Goethe-Institut in Seoul, in dem Herr Keil uns willkommen heißt. Das Goethe-Institut ist Anlaufstelle für alle, die sich für Deutschland und die deutsche Sprache interessieren und setzt sich für die Vermittlung der koreanischen und der deutschen Kultur ein. In einer sehr netten Runde sitzen wir an einem großen Tisch mit koreanischen Studenten, die im Goethe-Institut Deutsch lernen und führen ein sehr interessantes Gespräch. Als auf die Frage von unserer Seite, was ihnen als erstes durch den Kopf geht, wenn sie Deutschland hören, sind wir weniger überrascht, als ? Autos? und ? Bier? genannt wird, dafür ein klein wenig mehr, als von einem Theologiestudenten gesagt wird, Deutschland sei seiner Kultur wegen das Herz Europas. Über solch eine positive Meinung über Deutschland hoch erfreut fahren wir weiter zum Korean German Institute of Technology (KGIT), indem Herr Kwon, ehemaliger koreanischer Botschafter in Berlin, uns äußerst freundlich in seinem Büro empfängt und uns über seine Erlebnisse und Erfahrungen als Botschafter berichtet. Danach besichtigen wir das KGIT, in dem nächstes Jahr eine Universität für Medien eröffnet werden soll. Den nächsten Termin haben wir mit Herrn Stockinger, Präsident der Firma Trumpf in Seoul, der so freundlich ist uns zu empfangen und uns über sein Unternehmen und über die Wirtschaft allgemein in Korea zu berichten. Trumpf ist eine Maschinenbaufirma mit weltweit 8.000 Mitarbeitern, spezialisiert auf Lasertechnik. In Korea konzentriert sich Trumpf auf den Verkauf und hat dort 70 Beschäftigte. Allgemein gab es früher nicht viel Industrie in Seoul, das weit im Norden des Landes gelegen ist. Die meisten Unternehmen des Landes waren im Süden angesiedelt. Dies ist auf den Koreakrieg und die bedrohende Nähe zu Nordkorea zurückzuführen. Zwischenzeitlich ändert sich dies zunehmend. Von diesem äußerst interessanten Termin geht es zum nächsten. Herr Ziemeck, Geschäftsführer der Konrad-Adenauer-Stiftung in Seoul, begrüßt uns in seinem Büro und informiert uns über das breite Spektrum an Tätigkeiten der Stiftung Vorort. Bisher kannte ich die Konrad-Adenauer-Stiftung vor allem als Stipendienorganisation. Umso interessierter war ich zu erfahren, dass sie darüber hinaus in sehr viel weiteren Bereichen aktiv ist. Vor allem in Korea setzt sie sich für Demokratie, politische Erziehung, Menschenrechte, Emanzipation der Frau und Entwicklungshilfe ein. Der Nord-Südkonflikt ist ein großes Thema für die Konrad Adenauer-Stiftung. Um eine Lösung zu finden reisen Forscher nach Deutschland, um Vorort die geglückte deutsche Wiedervereinigung zu untersuchen. Außerdem werden nordkoreanische Flüchtlinge unterstützt, damit sie sich einfacher in die Gesellschaft einfügen können.
Am Abend sind wir zur im KGIT stattfindenden Eröffnung einer Ausstellung über die Deutsche Wiedervereinigung, die von der Hans Seidel Stiftung organisiert ist, eingeladen. Inmitten der zahlreichen Gäste, treffen wir Herrn Koschyk, MdB und Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages. Herr Koschyk ermuntert uns, uns weiterhin für Südkorea zu interessieren und berichtet uns von seinen interessanten Erfahrungen, die er mit Korea gemacht hat.
Zum Abschluss eines für uns so besonderen Tages, gehen wir fünf Jugendbotschafter mit Christoph, dem Sohn von Herrn und Frau Wöhler zum Hanamdong die Einkaufsstraßen des Namdaemun Marktes ? und unter Anderem auch Schuhläden - erobern. Dienstag, 26.08.08 In den neuen Tag starten wir mit einem schönen Spaziergang am Ufer des Han Flusses, sodass wir frisch und munter zum Ort der National Assembly Of The Republik Of Korea ankommen. Dort schießen wir uns einer Führung durch das Parlament an. Im Anschluss treffen wir uns mit Herrn Cho Chung-Sik, dem Sprecher der Demokratischen Partei, die zweitstärkste Partei in Korea. Gemeinsam an einem großen Tisch sitzend, unterrichtet uns Herr Chung-Sik über das politische System und das Parlament in Korea. An der Nationalversammlung sind von 229 Abgeordneten 41 Frauen, eine Information, die uns positiv überrascht. Herr Chung-Sik persönlich setzt sich sehr für den Umweltschutz in Korea ein.
Als nächste Station fahren wir zur Deutschen Botschaft, in der wir ein äußerst interessantes Gespräch mit Herrn Dr. Baas, dem Deutschen Botschafter in Korea führen dürfen. Er war, als er das erste Mal in Korea war, von der Ähnlichkeit der koreanischen und westlichen Kultur überrascht. Und er geht davon aus, dass sich die zwei Kulturen in Zukunft noch näher kommen und voneinander lernen werden. Wir Deutschen können von der hohen Lernbereitschaft in Korea lernen, sowie Koreaner vielleicht etwas von der westlichen Kreativität. Korea erlebt in den letzten Jahren einen wirtschaftlichen Boom. Auch die Löhne sind gestiegen. So kommt es, dass es sich für Deutschland kaum mehr lohnt in Korea zu produzieren. Trotzdem ist Korea stark mit Deutschland verbunden. Wichtigster Außenhandelspartner Koreas ist China, danach kommt gleich Europa. Nach weiteren Ausführungen über die verschiedenen Beziehungen der Länder und die daraus resultierenden Aufgaben des Botschafters, verlassen wir die Botschaft mit einem geschärften Blick. An diesem Abend kommen wir früher als bisher zurück zu den Gastfamilien, sodass wir gemeinsam etwas unternehmen können. Zusammen mit Familie Lassota, meiner Gastfamilie, Nadine und Tam geht es zum Yongsan Elektronic Market und später noch zum koreanischen Fischmarkt, der uns einen bleibenden Eindruck und Geruch hinterlässt.
Mittwoch, 27.08.08 Um koreanische Jugendliche und ihre Lebensweise kennenzulernen ist unser Besuch der koreanischen Schule ideal. Mit großer Begeisterung und Offenheit werden wir von den Schülern stürmisch begrüßt und als Teil des Deutschunterrichts können wir uns sogar mit ihnen auf Deutsch unterhalten. Nach diesem aufregenden Morgen erwartet uns ein wichtiges Treffen. Herr General Major Ha erweist uns die Ehre uns zu empfangen und uns über die Third Republic Of Korea Army und das Militär in Korea zu informieren. Wir erfahren, dass das Militär in Korea zwar hauptsächlich mit der Spannung zwischen Nord- und Südkorea befasst ist, allerdings auch Menschen in Not hilft. So werden Soldaten auch zur Altenpflege oder zur Katastrophenhilfe eingesetzt. Das deutsche Militär konzentriert sich eher auf militärische Einsätze, dafür können sich die jungen Männer entscheiden, ob sie Wehrdienst oder Zivildienst leisten wollen, eine Entscheidung, die koreanischen Männern nicht offen steht. Die TROKA arbeitet eng mit dem amerikanischen Militär zusammen. Nachdem wir uns bedankt und verabschiedet haben, geht es weiter zum Olympia Stadium, das für die Olympischen Sommerspiele des Jahres 1988 gebaut wurde. Seine majestätische Größe und die Vorstellung, das vor ein paar Jahren hier 100 000 Zuschauer den Athleten zugejubelt haben, ist überwältigend. Nach dem Besuch des Olympia Museums, in dem wir einige Fakten erfahren, verlassen wir das Gelände mit einem schärferen Bild der Olympischen Spiele des Jahres 1988 vor Augen. Ein letzter Höhepunkt des Tages ist eine Vorstellung im Nanta Theater, die uns und das ganze Publikum mit ihren Rhythmen und ihrer Komik mitreisst. Am Abend, zurück bei unseren Gastfamilien, präsentieren und diskutieren wir unsere Eindrücke in Korea. Donnerstag, 28.08.08 Unglaublich, der letzte Tag kam so schnell! Schon am Morgen müssen wir uns von unseren Gastfamilien verabschieden, da Familie Wöhler so freundlich ist uns für die letzte Nacht aufzunehmen, damit wir am Freitag morgen in aller Frühe zusammen zum Flughafen starten können. Doch ein voller Tag steht uns noch bevor. Erstmal geht es zur Führung durch das Hotel Westin Chosun, das erste ausländische Hotel in Seoul ? ein beeindruckendes Gebäude. Danach fahren wir weiter zum in der Chungnam Provinz gelegenen Werk von Bosch Korea. Eine Präsentation und eine Führung durch das Werk ermöglichen uns einen Einblick in die Arbeit der 600 Mitarbeiter. Uns werden die einzelnen Produktionsschritte gezeigt. Bosch Korea fertigt Motorkomponenten, deren Teile zu 90% aus Deutschland geliefert und später in Hyunday Autos eingebaut werden. Beeindruckend zu sehen ist, wie jeder einzelne Mitarbeiter Vorschläge zur Verbesserung geben kann. Nach der Werksbesichtigung von Bosch fahren wir zurück nach Seoul. Unseren letzten Abend nützen wir, um Abschied von einer höchst bereichernden und informativen Woche und interessanten Begegnungen zu nehmen. Die Zeit in Seoul war so spannend, dass sie unglaublich schnell vorüber ging. Aber in Erinnerung bleiben, wird sie uns unser ganzes Leben lang.
Freitag, 29.08.08 Rückflug nach Deutschland mit herzlichem Abschied und besonderem Dank an Frau Wöhler und ihre Familie.
3. Fazit Deutschland und Südkorea sind wichtige Partner auf wirtschaftlichem, politischem und kulturellem Gebiet und diese Partnerschaft wird sich in Zukunft sicher noch weiter verstärken. Einerseits werden wir dabei viel von einander lernen können. Andererseits sind unsere Kulturen und geschichtlichen Hintergründe doch sehr unterschiedlich. Wir konnten aus unmittelbarem Erleben das Land und seine Kultur kennen lernen sowie die Mentalität und Denkweise der Menschen direkt erfahren. Alles - Kultur, Politik, Wirtschaft, Kunst und die vielen persönlichen Begegnungen - war höchst interessant und wird uns noch lange beschäftigen und unser Leben lang begleiten und in Erinnerung bleiben. Was hatte ich erwartet, was habe ich erlebt? Ich hatte schon vor der Reise gehört, dass in Korea sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt wird und die Schülerinnen und Schüler hierfür hart arbeiten. Dies hat sich mehrfach bestätigt. Diese tollen Erfahrungen hätte ich ohne Asia Circle, die vielfältige und ganz außergewöhnliche Hilfe von Familie Wöhler, aber auch von Frau Dr. Knöss und meiner Gastfamilie, Herrn und Frau Lassota, nicht gewinnen können. Hierfür möchte ich mich abschließend nochmals besonders bedanken.
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