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Start Jugendbotschafter 2008 Reisebericht „Asia Circle Jugendbotschafter 2008“ von Nadine Batton
Reisebericht „Asia Circle Jugendbotschafter 2008“ von Nadine Batton Drucken E-Mail

Zum zweiten Mal organisierte Frau Mi-Kyoung Wöhler, Vorsitzende des Asia Circle, eine Jugendreise nach Südkorea. Aufmerksam auf diese Aktion wurde ich durch eine Anzeige im AW-Brief des Bundesverbandes Mittelständischer Wirtschaft (BVMW e.V., Berlin). Ich hatte das Glück, neben Alexander Hiller, Johanna Klesse, Sandra Rechkemmer und Tam Vu Thi Bich nominiert zu werden. Anfang Juli 2008 konnten alle Jugendbotschafter ihre Urkunden in Stuttgart in Empfang nehmen. Die verbleibende Zeit danach bis zum Reiseantritt nutzte ich zum Studieren der uns zugeschickten Unterlagen und für eigene Recherchen über Kultur und Wirtschaft Südkoreas.
Am 22. August 2008 früh morgens ging die lang ersehnte Reise los. Von Düsseldorf Airport nach Paris CDG flogen Johanna, Alexander und ich gemeinsam. In Paris stießen Tam und Sandra zu uns und nach einem kleinen Aufenthalt startete auch schon die Maschine nach Incheon/Seoul. Nach einem langen, aber auch angenehmen Flug landeten wir planmäßig. Wir wurden von Frau Mi-Kyoung Wöhler und ihrem Mann, Herrn Jürgen Wöhler (Geschäftsführer der Deutsch-Koreanischen Industrie- und Handelskammer), herzlich in Empfang genommen und es ging gleich mit dem Programm los. Dank der kleinen Einführung über Korea auf der Fahrt zur DMZ gewannen wir einen ersten Einblick in das Leben der Bevölkerung. An der DMZ angelangt, hatten wir auch schon gleich unser erstes Treffen mit dem Schweizer Oberst Albert Ulrich von der Swiss Delegation Neutral Nations Supervisory Commission. Er hieß und herzlich willkommen in Südkorea und schilderte kurz die militärische Situation der beiden koreanischen Staaten.

Beeindruckt hat mich, dass eine Bahnverbindung zwischen Nord- und Südkorea besteht. Jeden Tag fährt ein Güterzug, jedoch meist leer. Für die Südkoreaner steht zur Zeit vielmehr der symbolische Wert im Vordergrund, als der wirtschaftliche Nutzen. Sehr interessant waren auch die anderen Orte der DMZ, an denen wir einiges über die Geschichte und das Verhältnis der beiden Koreastaaten erfuhren. Dora Wiedervereinigungsobservatorium ist ein Aussichtspunkt, der einen weiten Blick nach Nordkorea ermöglicht. Die enormen Sicherheitsvorkehrungen beängstigten mich einerseits, die bewaffneten Soldaten strahlten etwas Bedrohliches aus, andererseits genoss ich aber den tollen Ausblick. Fotografieren war nur an markierten Plätzen gestattet.

Zurück in Seoul besuchten wir den Namsan-Fernsehturm, von dem aus man einen wunderbaren Blick über die hügelige Landschaft hat, die die Stadt umgibt. Außerdem fallen die riesigen Waldflächen sofort ins Auge.
Zum Abendessen trafen wir uns mit unseren Gastfamilien und Projektunterstützern Herrn Jürgen Wöhler und Herrn Dr. Knut Kille in einem typisch koreanischen Restaurant. Serviert wurde Bulgogi mit vielen verschiedenen Beilagen. Es war für mich eine völlig neue Erfahrung, auf niedrigen Tischen auf dem Boden sitzend mit Stäbchen zu essen. Nach dem Essen überreichte Frau Wöhler mir eine Geburtstagstorte, worüber ich mich riesig freute. Liebe Frau Wöhler, an dieser Stelle nochmals vielen Dank dafür!
Erschöpft von der Anreise und dem ersten aufregenden Tag in Südkorea fuhren Tam und ich zu unserer Gastfamilie Schatzmann.
Dadurch, dass wir am ersten Tag direkt nach dem Flug mit unserem Programm begannen, somit keine Zeit zum schlafen hatten, hatte ich den Jetlag überwunden und somit den neuen Rhythmus sofort gefunden.
Am nächsten Morgen hatten wir Gelegenheit, die Preise in einem Super Market mit deutschen Preisen zu vergleichen. Anschließend standen das Leeum und das National Museum auf dem Programm. Die Ausstellungen der einzelnen Museen haben viel über die Kultur und Geschichte Südkoreas wiedergegeben.

In Seoul wurde vor einigen Jahren ein Abwasserkanal zu einem wunderschönen kleinen Fluss umgebaut, an dem die Bürger der Stadt die Natur erleben können. Bei einem Spaziergang entlang des Cheonggyechoen Flusses kann man inmitten der Großstadt entspannen und das Plätschern des Wassers genießen.
Bemerkenswert finde ich, dass es in Seoul schon seit mehr als 40 Jahren eine Deutsche Schule gibt. Nach Thüringer Lehrplan werden 115 Schüler unterrichtet, was ein intensiveres Lernen ermöglicht. Wir Jugendbotschafter durften eine Unterrichtsstunde besuchen. Mir fiel auf, dass die Schüler sich viel konzentrierter und interessierter am Unterricht beteiligen als in Deutschland. Ordnung und Engagement ist selbstverständlich.
Koreanische Schüler und Studenten sind sehr aufgeschlossen und genießen es, wenn Deutsche in ihr Land kommen. Sie bemühten sich, uns zu verstehen uns sogar auf Deutsch zu antworten. Dies hat mich sehr positiv überrascht. Genauso die Äußerung, dass viele koreanische Studenten in Deutschland studieren möchten.
Kulturelle Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel der Deoksugung Palast oder der Gyeonbokgung Palast haben wir besichtigt. Begeistert war ich von der Farbenpracht der Dächer und der Größe der einzelnen Gebäude.
Deutschland und Korea hat hinsichtlich der Teilung des Landes geschichtliche Parallelen. Eine Posterausstellung mit dem Thema „Wir sind ein Volk! Grenzenlos!“ unterstreicht den Bezug der beiden Länder zueinander. Die Wiedervereinigung in Deutschland hat großes Interesse in Korea geweckt. Berlin Partnerstadt von Seoul. Besonders in Seoul ist mir diese enge Verbundenheit zu Deutschland deutlich aufgefallen.

Die Südkoreaner habe ich als äußerst freundlich und hilfsbereit kennengelernt. Sie strahlen Menschlichkeit aus und sind äußerst flexibel und spontan.
Frau Mi-Kyoung Wöhler hat uns ein fantastisches Programm zusammengestellt, das uns ermöglichte, viele neue Menschen aus den verschiedensten beruflichen Richtungen und Altersgruppen kennen zu lernen. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen Organisatoren, Begleitern und Betreuern sowie der Gastfamilie und allen Gesprächs- und Kontaktpersonen bedanken, die sich für uns Jugendbotschafter Zeit genommen haben, um unsere Fragen zu beantworten. Durch die kompetenten und verständlichen Erklärungen sind mir manche Sachverhalte klarer geworden. Die Fülle an Informationen, die wir in den einzelnen Ausstellungen und den Besichtigungsorten gesammelt haben, zusammen mit den persönlichen Erfahrungen und Erzählungen der Personen vor Ort, die wir getroffen haben, gibt mir die Chance, das Land Südkorea besser zu verstehen und vor allem aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ich bin daher sehr dankbar, dass ich an dieser Jugendreise teilnehmen durfte und schließe mit besonderem Dank an Frau Wöhler, Vorsitzende des Asia Circle, Gastfamilie Schatzmann und Frau Dr. Knöss, der Koordinatorin in Stuttgart.

Nadine BATTON
Wirtschaftsgymnasium Trier
Lorscheid, den 03. September 2008

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