| 22.09.2010: Zehn prägende Tage - BERGSTRÄSSER ANZEIGER |
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Erfahrungsbericht: Der Bensheimer Laurien Simon Wüst entdeckte als Jugendbotschafter Südkorea
Zehn prägende TageBENSHEIM. Als ich mich im Frühjahr 2010 für das Austauschprogramm „Jugendbotschafter Südkorea 2010“ bewarb, wusste ich wenig über dieses asiatische Land. Das in Aussicht gestellte Programm versprach die Möglichkeit, eine fremde Kultur zu entdecken, mit Führungskräften aus Wirtschaft und Politik zu diskutieren und den Alltag der Menschen mitzuerleben. Nach einem erfolgreichen Bewerbungsverfahren konnte ich vom 20. bis 30. August mit drei weiteren deutschen Jugendlichen eine spannende Zeit in Südkoreas Hauptstadt Seoul verbringen. Ermöglicht hatte dies der von der Deutsch-Koreanerin Mi-Kyoung Wöhler gegründete Verein „Asia Circle“.
Volles Programm In den zehn Tagen wurde uns Jugendbotschaftern viel geboten, aber es wurde auch viel verlangt. Die Tage waren in der Regel mit einem rund 16-stündigen Programm ausgefüllt und nach der Rückkehr in unsere Gastfamilien mussten noch die Erlebnisse in einem Tagesbericht festgehalten werden. Da war wenig Zeit zum Ausruhen – eine Erfahrung, die wir mit den meisten koreanischen Schülerinnen und Schülern teilten, denn diesen bleiben im Durchschnitt nur fünf bis sechs Stunden Schlaf. Die Erfahrungen und Eindrücke waren so vielfältig, dass es nicht leicht fällt, nur einige der Höhepunkte zu benennen. Beispielsweise den Besuch der demilitarisierten Zone (DMZ), der uns nach elf Stunden Flugzeit als erste Station erwartete. Die DMZ teilt die koreanische Halbinsel in Nord- und Südkorea. Was in Deutschland seit 20 Jahren Geschichte ist, gehört in Korea zum Alltag: die Teilung in den westlich orientierten Süden und den kommunistischen Norden. Damit verbunden sind viele persönliche Schicksale, aber auch die tägliche Angst vor einem immer wieder angedrohten militärischen Konflikt. Die Teilung des Landes war in den folgenden Tagen immer wieder ein Thema. Etwa beim Besuch des Verteidigungsministeriums in den Gesprächen mit einem General.
Reale Bedrohung Hier wurde deutlich, wie real die militärische Bedrohung nach wie vor ist und wie viel Geld die beiden koreanischen Staaten hier investiere Aber auch bei der Begegnung mit Wirtschaftsvertretern war die Teilung des Landes und die Frage nach den Chancen einer Wiedervereinigung immer wieder Gesprächsthema. Besonders beeindruck hat mich die Geschäftsführerin der Modemarke MCM (Mode Creation Munich), Frau Kim Sung-Ju. Sie ist nicht nur eine sehr erfolgreiche Unternehmerin, die die damals angeschlagene Modemarke 2005 übernommen und in wenigen Jahren zu einem der führenden Luxuslabels entwickelt hat, sondern auch eine Persönlichkeit, die ihren Erfolg als eine Verantwortung für ihr Land sieht und sich mit den erwirtschafteten Gewinnen für die Wiedervereinigung Koreas einsetzen will. Über die Begegnung mit der koreanischen Kultur, den Fleiß und die Gastfreundlichkeit der Menschen, das koreanische Wirtschaftswunder und das hohe Ansehen Deutschlands könnte ich noch vieles berichten. Die zehn Tage waren eine in vieler Hinsicht bereichernde und prägende Zeit, die ich auf keinen Fall missen möchte. Laurien Simon Wüst
Als Jugendbotschafter möchte ich meine Erfahrungen gerne weitergeben und stehe daher für Vorträge und Diskussionen gerne zur Verfügung. Interessenten erreichen mich unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. !
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